Portraits

Hier stellen wir nach und nach Mitglieder von TafF sowie Persönlichkeiten aus der Flüchtlingsarbeit vor.
Bitte schauen Sie wieder vorbei!

Vorgestellt: Helga Miranda

Unermüdlich aktiv: Helga Miranda

Ruhestand eher als Unruhestand zu bezeichnen, damit trifft man bei Helga Miranda – bei der Lektüre ihrer ehrenamtlichen Aktivitäten - genau ins Schwarze.

Viele Tammer kennen die Oberstudienrätin i.R. die mit ihrem Mann 1987 nach Tamm zog, durch ihr Engagement in der Katholischen Kirchengemeinde. Dort gestaltet sie freitags die Frauenliturgie, ist als bildende Künstlerin in der Malgruppe „Farbenfreu(n)de“ aktiv und hilft in der „Eine Welt-Gruppe“ die u.a. GEPA-Waren nach den Gottesdiensten anbietet.

Darüber hinaus betreut Helga Miranda in den Tammer Kleeblatt-Einrichtungen alte Menschen - oft bis zu ihrem Tod. Dort regt sie aber auch monatlich - gemeinsam mit zwei weiteren Frauen - die BewohnerInnen zum Singen an.

Dass die unermüdlich Engagierte seit 2015 bei TafF mithilft, ist schon fast nicht mehr verwunderlich. Sei es als Sprachcoach oder in der zeitaufwendigen Einzelbetreuung, wo sie sich im Moment mit der Erstellung eines Härtefallantrages für einen Geflüchteten in die bürokratischen Papierfluten stürzt. Darüber hinaus gestaltete die Künstlerin Helga Miranda den letzten Frauensamstag von TafF. Das Thema Garten wurde von den geflüchteten Frauen in zauberhafte Kollagen umgesetzt. Und natürlich hilft die Querflötistin auch immer bei der Gestaltung der TafF-Feste, beispielsweise den Weihnachtsfeiern für die Geflüchteten.  

Zu Ihrer Motivation gefragt, in der Flüchtlingshilfe mitzuarbeiten, sagt Helga Miranda: „ Ich habe mich schon immer mit dem Thema "Dritte Welt" und Flucht beschäftigt, es auch im Unterricht am Remsecker Lise-Meitner-Gymnasium oder in meinen Bildern thematisiert und war seit Anfang der 80iger Jahre in der Friedensbewegung aktiv. Im „Eine Welt Laden“ in Ludwigsburg informiere ich regelmäßig über fairen Handel, der eine Möglichkeit ist, Fluchtursachen zu bekämpfen.“

Ein roter Faden sozusagen, der sich durch ihr gesamtes Leben zieht. Und an den wir uns nun bei TafF anbinden dürfen. Herzlichen Dank, liebe Helga Miranda!

Vorgestellt: Petra Nicklas

"Warum ich bei TafF mithelfe? In meinen Augen hat niemand das Recht, die Würde eines anderen Menschen zu verletzen. Ich möchte einen Beitrag dazu leisten, geflüchtete Menschen ihre Würde zurückzugeben und ihnen bei der Integration in einer fremden Gesellschaft und Kultur beizustehen!"
Dieses Statement von Petra Nicklas, passend zum 70-jährigen Jubiläum des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, drückt das aus, was sicherlich viele Helferinnen und Helfer von TafF mit ihrem Einsatz für die Geflüchteten in Verbindung bringen wollen.
Die Pfälzerin, die seit 1989 mit ihrem Mann, zwei eigenen Töchtern und einem Pflegesohn in Tamm lebt, hat sich schon vor der Gründung von TafF klar positioniert. Dies liegt nicht zuletzt in ihren Erfahrungen bei der Erziehung und Pflege ihrer schwerstbehinderten, ältesten Tochter begründet. Denn auch hier kämpft gegen die in unserer Gesellschaft nach wie vor existierenden Vorurteilen und die Schwierigkeiten bei der Integration behinderter Menschen in ein selbstbestimmtes Leben von Menschen aller sozialer Randgruppen ein, hilft im Vorstand von "Gemeinsam e.V." im Landkreis Ludwigsburg, der das Ziel hat, Behinderten und deren Angehörigen ein wenig Erleichterung und Unterstützung bei der Pflege und Bewältigung des Alltags zu verschaffen.
Und wo liegen bei TafF die Schwerpunkte ihrer Hilfe? Sowohl die geflüchteten Frauen als auch die Helferinnen von TafF haben schon öfter von dem reichen Wissen der ehemaligen Chefsekretärin profitieren dürfen, das sie bei einer zweijährigen Fortbildung zur Aromaexpertin erworben hat. So zeigt sie beispielsweise den Frauen während der "Frauensamstagen", wie mit wenig Aufwand ein gesunder und wohlschmeckender Kräutertee hergestellt  oder duftende Naturkosmetik angerührt wird. Oder welche alten Hausmittel bei der Pflege kranker Familienangehörigen helfen können. Sie unterstützt bei der Anlage und Pflege eines Kräuterbeetes im "TafF-Garten" und fördert so auch hier den interkulturellen Austausch.
Petra Nicklas ist es aber auch zu verdanken, dass durch ihre guten Verbindungen zu sozialen Trägern, so mancher Geflüchtete eine Einsatzstelle für ein "freiwilliges Soziales Jahr" finden kann. Eine der  wichtigen Etappen auf dem Weg zu einer Berufsausbildung und dadurch einer gelungenen Integration.  

 

Vorgestellt: Hermann Emmering

Wenn man so will, ist Hermann Emmerling ein richtiges Urgestein in der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit. Denn als sich vor über 30 Jahren im Iran der politische  Umsturz ereignete und viele Kritiker des neuen Regimes fliehen mussten, war der Pfarrer an der evangelischen Katharinenkirche in Eglosheim, bereits für die Geflohenen zur Stelle. Überhaupt faszinieren ihn fremde Kontinente, Religionen und Kulturen.
Nach seinem Eintritt in den Ruhestand - im Jahre 2010 - fand Emmerling mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Tamm ein neues Zuhause. Und hier wollte er sich auch wieder ehrenamtlich engagieren. War es zunächst der evangelische Kirchenchor, dem sich der passionierte  Sänger anschloss, so fand er es fast selbstverständlich, seine Hilfe TafF anzubieten, als 2015 die Unterkunft in der Hölderlinstraße eröffnet wurde. Und dies trotz seiner vielen anderen Ehrenämter und Hobbys.
Denn noch immer fühlt sich Hermann Emmerling seiner "alten Heimat" Eglosheim sehr verbunden. Dort spielt er Volleyball und Badminton, und dort engagiert er sich  in der Leitung  bei "PlusMinus 60", einer aktiven Seniorengruppe, die  beispielsweise gemeinsame Wanderungen, Radtouren oder Reisen organisiert. Und er singt nach wie vor in der Kantorei auf der Karlshöhe Ludwigsburg.
Als es dann an die Verteilung der Zuständigkeiten bei TafF ging, fühlte sich der aktive Sportler sofort für die Aufgabe zuständig, den Kindern und jungen Menschen die Wege zu den vielen sportlichen Angeboten der Tammer Vereine zu ebnen. "Es waren anfangs neben sprachlichen eher die interkulturellen Probleme, wie Disziplin, das völlig unbekannte deutsche Vereinswesen oder das Einhalten von "Dresscodes", wie Fußballschuhe oder Gymnastikschläppchen, die gelöst werden mussten", erinnert sich Emmerling an die Anfänge seines Engagements. Und er lobt die unbürokratische Offenheit der Vereinsleitungen, mit der diese auf die Geflüchteten zugingen. Fast schon legendär war seine Organisation eines Fußballturnier beim VfB Tamm. Auch den neuen Bewohnern im Tammer Brückenhaus hilft er bereits wieder erfolgreich, Anschluss an den Tammer Vereinssport zu finden. So baut er Brücken zwischen den alten und neuen Bewohnen in unserer Gemeinde auf.