Alltagshilfe bei TafF

 

So sitzen fast an jedem Werktag unsere Sprachcoaches im Gemeinschaftsraum des Brückenhauses und bieten ihre Hilfe beim Verstehen und Lernen unserer Sprache an. Nicht die reinen Wortfolgen machen hier Schwierigkeiten, sondern die Besonderheiten im „Berufsdeutsch“, in den Lehrbüchern der Berufsschulen oder dem Amtsdeutsch in den vielen offiziellen Schreiben von Behörden, Banken oder in Verträgen.

Bei den „Familienfrauen“ werden unterschiedliche Sprachkenntnisse angetroffen. So sprechen einige schon auf sehr hohem Niveau Deutsch – andere haben noch nicht einmal das Alphabet gelernt. Dies bedeutet insgesamt viel Einzelunterricht und oft auch nur geduldiges Zuhören.

Wir versuchen aber auch den Bewohnern gegenüber, unsere Wünsche an sie zu äußern. Wünsche und Erwartungen, die das menschliche Zusammenleben in der Unterkunft erleichtern können. Dazu wird demnächst ein Samstagvormittag genutzt werden, an dem wir die Mülltrennung und das Leben in einem Niedrigenergiegebäude thematisieren wollen. Woher sollen Menschen aus meist südlichen, von Kriegen zerstörten Ländern solche Begriffe kennen?

Dafür wollen wir auch mit der Bildung einer Sprechergruppe die Mitverantwortung der Bewohner und der damit verbundenen demokratischen Basisarbeit ansprechen. Diese Gruppe soll eigenverantwortlich handeln und nur dort Hilfe erfahren, wo sie gewünscht wird.

Vieles hat sich getan – und noch viel mehr ist noch zu tun. Richtiges Helfen und Unterstützen ist eine Arbeit, die weitaus mehr Geduld in Anspruch nimmt als die Hilfe, die wir in der Zeit des Ankommens geleistet haben. Nicht umsonst nennt sich unsere neue Anschlussunterkunft in Tamm auch Brückenhaus – die Brücke schlagen zu einem ganz normalen Miteinander und Füreinander.

 

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