Internationale Wochen gegen Rassismus

Dazu haben Frau Voigt und Frau Cevik eine Anleitung zum Herstellen von einfachen Portraits unterschiedlicher Bewohner/innen aus Tamm, mit oder ohne Migrationshintergrund, erstellt.

Informationen darüber – auch die Anleitung – erhalten Sie unter f.voigt@tamm.org

Frau Voigt wird während der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ auch einen täglichen Newsletter zum diesem aktuellen Thema herausbringen – Sie  können sich auch hierzu unter der oben genannten E-Mailadresse  gerne anmelden.

 

 

Integration durch Bildung

Damals – vor fünf Jahren, unser Foto zeigt den ersten Schultag 2015 in Tamm – konnten wir beobachten, wie die Kinder blitzschnell unsere Sprache lernten. Dass dies nicht nur vom Alter abhing war bald klar: Sie wurden in den Schulen, Kindergärten und später auch in den Vereinen, regelrecht in der deutschen Sprache „gebadet“. Durch den täglichen Kontakt zu ihren neuen deutschen Freundinnen und Freunden. Jetzt beobachten wir leider einen Rückwärtstrend: Zuhause sprechen die Kinder natürlich ihre Muttersprache. Die Eltern – die momentan ebenfalls wenige Kontakte nach außen haben - sind kaum in der Lage ihre Kinder bei den Onlinehausaufgaben zu unterstützen und die wenigen Angebote, die wir Freiwilligen momentan machen können, sind nicht ausreichend oder auf Onlineangebote beschränkt. Gehören doch die meisten TafF-Helfer/innen zu einer Altersgruppe, die persönliche Kontakte nicht möglich machen.

Deshalb möchten wir heute nochmals unsere große Bitte an  junge Menschen aussprechen, sich bei uns zu melden. Dort, wo wir eine Lerninsel – also beispielsweise Einzelnachhilfe –durchführen können, klappt es hervorragend. Wir wünschen uns, dass unser großes Ziel, Integration durch Bildung, nicht wegen dieser schlimmen Pandemie in weite Ferne rückt. Dass fröhliche, selbstbewusste Menschen in ihrer neuen Heimat heranwachsen können, die später – was viele Beispiele zeigen – in der Lage sind, unsere Gesellschaft zu unterstützen.

Nach wie vor sind wir dringend auf der Suche nach gebrauchten, auf Windows 10 aufrüstbare Laptops oder Tablets für die erwachsenen Geflüchteten. Sie sollten natürlich auch für das Internet tauglich sein.  Nur so können begonnene Sprachkurse – die momentan nur online angeboten werden -fortgeführt bzw. Bewerbungsunterlagen erstellt  werden.  

 

Hoffnungsschimmer - Zukunftspläne

Da ist beispielsweise ein junges Paar, das demnächst seine Hochzeit plant: Beide kommen aus Syrien – doch momentan lebt die junge Frau noch bei ihren Eltern im Saarland und baut ihr Abitur. Danach soll das große Fest steigen und der Umzug der Braut nach Tamm erfolgen. Denn hier hat ihr Freund seit 2015 sein neues Leben in Deutschland gestartet, seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und eine feste Arbeitsstelle gefunden. Jetzt fehlt also nur noch eine passende Wohnung. Vielleicht verhelfen ja gerade SIE dem sympathischen Pärchen zum Happy-End? Bitte melden Sie sich bei uns.

Verheiratet ist sie schon – die junge Afghanin, deren Mann bei der Gemeinde Tamm arbeitet. Eine Wohnung wurde ebenfalls schon gefunden – doch jetzt möchte die ehrgeizige und überaus sympathische  junge Frau gerne eine Ausbildung als Verkäuferin im Lebensmitteleinzelhandel beginnen. In ihrem Heimatland war ihr der Schulbesuch verwehrt – doch hier in der Fremde startet sie nun richtig durch. Sie hat bereits verschieden Sprachkurse erfolgreich abgeschlossen und legt Ende März ihre Prüfung für das nächste Level, nämlich den B2 Standard, ab. Bevor im September das neue Ausbildungsjahr beginnt, möchte A. gerne verschiedene Lebensmittelbetriebe während eines Praktikums kennenlernen. Wir freuen uns auf viele Angebote! Vielleicht ist sogar der zukünftige Ausbildungsbetrieb dabei?

Lerninseln für Geflüchtete in Zeiten der Krise

Hinter dem Projekt „Lerninseln“ stehen neben der  Ökumenischen Fachstelle Asyl im Landkreis Ludwigsburg mit ihren vielen ehrenamtlichen Sprachcoaches – eben auch denen von TafF – das Oberschulamt Ludwigsburg mit fachlicher Unterstützung, die Flüchtlingssozialarbeit innerhalb des Landratsamtes Ludwigsburg, die vielen kirchlichen und sozialen Institutionen mit ihrer Flüchtlingsbetreuung und viele Schulen vor Ort. Momentan werden erste Treffen (digital und direkt) durchgeführt, um gute Konzepte zu erstellen und um Netzwerke zu bilden.

  • Wir von TafF suchen in diesem Zusammenhang weiterhin junge, nicht zur Risikogruppe gehörende Menschen, die mit auf die Lerninseln möchten. Um dort – möglichst früh – mitzuhelfen, sprachliche und andere schulische Mängel nachzuarbeiten. Wenden Sie sich dazu gerne an uns. Vielen herzlichen Dank dafür!
  • Wir sind alle sehr froh, dass die Quarantäne im Brückenhaus aufgehoben ist. Nun können die Bewohnerinnen und Bewohner wieder ihrer alltäglichen Arbeit nachgehen und auch die Kinder Kindergärten und Schulen besuchen. Vielen Dank in diesem Zusammenhang für Ihre Obstspenden und die freundlichen Nachfragen nach dem Ergehen der Geflüchteten.

Helfer/Innen gesucht!

Und - ganz wichtig für die Kommunikation – es finden wieder persönliche Treffen mit den Mitarbeitenden der Verwaltung in Tamm und dem Landratsamt in Ludwigsburg statt - nicht nur telefonisch oder digital.

Erstmals seit Ausbruch der Pandemie konnte sich beispielsweise vorige Woche die Gruppe LaF (Lobbyarbeit für Flüchtlinge), in der auch TafF mitarbeitet, mit den Landkreis - Abteilungsleitern des Fachbereichs Asyl, im Kreishaus in Ludwigsburg treffen. Hier hatten wir die Gelegenheit, die Situation der Geflüchteten und Ehrenamtlichen während der Corona-Krise zu reflektieren.  Und wir konnten wichtige Fragen stellen: Welche amtlichen Hilfen gibt es für die geflüchteten Menschen? Wie erfahren sie davon? Waren die Maßnahmen gegen die Pandemie in den Unterkünften erfolgreich? Wie können wir Ehrenamtlichen jetzt effektiv helfen? Wie haben die Geflüchteten die Krise erlebt und wie wird es weitergehen?

Es war eine sehr wertschätzende und konstruktive Gesprächsrunde. Und es hat sich wieder bestätigt, dass unser ehrenamtlicher Einsatz in der Flüchtlingsarbeit nach wie vor dringend gebraucht wird. Auch oder gerade im Krisenjahr 2020, wo wir momentan den Fokus unserer Arbeit auf die Hilfe für die Kinder und deren Mütter sowie die Auszubildenden richten wollen.

Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir von den Vereinen, den Kirchen und der Verwaltung und ganz vorne natürlich von Ihnen, liebe Tammer, ungebrochen in unserem Tun unterstützt werden.