Suchen Gartenstühle!

 Jetzt wo die wärmere Jahreszeit näher rückt, halten sich auch Erwachsene oft auf den Balkonen des Brückenhauses auf. Dafür suchen wir nach ein paar wetter- und sturmfesten Gartenstühlen, die stapelbar sind. 

 

Alltagshilfe bei TafF

 

So sitzen fast an jedem Werktag unsere Sprachcoaches im Gemeinschaftsraum des Brückenhauses und bieten ihre Hilfe beim Verstehen und Lernen unserer Sprache an. Nicht die reinen Wortfolgen machen hier Schwierigkeiten, sondern die Besonderheiten im „Berufsdeutsch“, in den Lehrbüchern der Berufsschulen oder dem Amtsdeutsch in den vielen offiziellen Schreiben von Behörden, Banken oder in Verträgen.

Bei den „Familienfrauen“ werden unterschiedliche Sprachkenntnisse angetroffen. So sprechen einige schon auf sehr hohem Niveau Deutsch – andere haben noch nicht einmal das Alphabet gelernt. Dies bedeutet insgesamt viel Einzelunterricht und oft auch nur geduldiges Zuhören.

Wir versuchen aber auch den Bewohnern gegenüber, unsere Wünsche an sie zu äußern. Wünsche und Erwartungen, die das menschliche Zusammenleben in der Unterkunft erleichtern können. Dazu wird demnächst ein Samstagvormittag genutzt werden, an dem wir die Mülltrennung und das Leben in einem Niedrigenergiegebäude thematisieren wollen. Woher sollen Menschen aus meist südlichen, von Kriegen zerstörten Ländern solche Begriffe kennen?

Dafür wollen wir auch mit der Bildung einer Sprechergruppe die Mitverantwortung der Bewohner und der damit verbundenen demokratischen Basisarbeit ansprechen. Diese Gruppe soll eigenverantwortlich handeln und nur dort Hilfe erfahren, wo sie gewünscht wird.

Vieles hat sich getan – und noch viel mehr ist noch zu tun. Richtiges Helfen und Unterstützen ist eine Arbeit, die weitaus mehr Geduld in Anspruch nimmt als die Hilfe, die wir in der Zeit des Ankommens geleistet haben. Nicht umsonst nennt sich unsere neue Anschlussunterkunft in Tamm auch Brückenhaus – die Brücke schlagen zu einem ganz normalen Miteinander und Füreinander.

 

Das Gesundheitssystem in Deutschland

 

Am vergangenen Samstag waren wir im Gespräch über das Thema „Gesundheit oder was mache ich, wenn ein Arzt nötig ist?“ Also im weiteren Sinne eine Einführung in unser oft komplexes Gesundheitssystem. Bei Tee, Kaffee und Butterbrezeln, lernten die Frauen, auf was sie hier besonders achten müssen. Sei es das Recht auf Vorsorge während einer Schwangerschaft, die Betreuung durch eine Hebamme nach der Geburt, die Vorsorgenuntersuchungen bei Kindern bis ins Schulalter, das Impfsystem oder das Bonusheft beim Zahnarzt, mit der damit verbundenen Ermäßigung bei einem nötigen Zahnersatz.

Welche Rechte haben Patienten – aber auch welche Pflichten kommen beispielsweise auf Arbeitnehmer zu, wenn sie sich krankschreiben lassen müssen? Was sind IGEL-Leistungen, die die Menschen oft in eine Kostenfalle locken und wie kann ich einen Arzt wechseln? Kurz anschneiden konnten wir auch das Thema der psychosozialen und therapeutischen Hilfen, die bei evtl. traumatisierten oder behinderten Menschen früh einsetzen sollten. Und natürlich kam der Unterschied zwischen den Gesundheitssystemen in den unterschiedlichen Herkunftsländern und dem unseren zur Sprache. Hier wurde uns wieder deutlich vor Auge geführt, wie schwierig es für die Geflüchteten ist, in unserem Land Fuß zu fassen.

 

Neues Jahr – Zeit für Veränderungen

Am 26. Januar werden wir unseren ersten „Frauensamstag“ mit Kinderbetreuung in diesem Jahr veranstalten. Das Schwerpunktthema wird unser Gesundheitswesen und die sich daraus ergebenden Pflichten und Rechte sein. Denn noch immer ist es für neu Zugewanderte schwierig, sich im Labyrinth der gesetzlichen Versicherung zurechtzufinden. Angefangen vom Impfbuch und den Erstuntersuchungen von Neugeborenen bis hin zur notärztlichen Versorgung bzw. unserem Hausarztsystem.

Geplant ist im neuen Jahr auch die Bildung eines Sprecherrates im Brückenhaus. So kann ein Stück Eigenverantwortung in die Hände der Bewohner gelegt werden. Viele Menschen, die neu in unserem Land leben, können auf diese Weise Basisdemokratie üben.

Ebenfalls wollen wir die Bewirtschaftung des TafF-Gartens neu koordinieren. Ein richtiger Gemeinschaftsgarten soll hier entstehen. Wir hoffen, dass wir das Gemeinschaftsgefühl bei den Geflüchteten mit der Tammer Bevölkerung weiter fördern können.

Viele Ideen – viele Angebote. Wir werden an dieser Stelle weiterhin über unsere Aktivitäten informieren und Sie dazu einladen, daran teilzunehmen. Nur so entsteht allmählich lebendige Integration in unsere Tammer Gemeinschaft.

Ihnen allen danken wir für Ihr großes Interesse an unserer ehrenamtlichen Arbeit und für all Ihre Spendenangebote und Spenden. Und wir wünschen Ihnen für die Umsetzung Ihrer persönlichen Erwartungen, Wünsche und Pläne, bestes Gelingen und gute Gesundheit. Ihr TafF-Team!

 

Zauberhafte Weihnachtsfeier

Zauberhaft war es, weil Ludger Hoffkamp, Pastoralreferent in der katholischen Kirchengemeinde Tamm, Alt und Jung mit so manchem Kunststück aus seinem magischen Koffer verblüffte und zum Lachen brachte.

Zauberhaft war die Feier auch, weil die Menschen aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern, ein kleines Licht der Hoffnung, des Glücks und der Liebe empfangen durften. Walter Heim schenkte uns dies mit einer wunderschönen, vorweihnachtlichen Geschichte.

Wieder waren es die Mädchen der Realschule Tamm, die mit ihrer Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ für glückliche Kinderaugen sorgten. Sie waren es auch, die mit ihren Querflöten und gemeinsam mit Walter Heim an der Gitarre, viel Applaus erhielten.

Und sie waren es auch, die für die größte Überraschung des Abends sorgten, als sie einen Umschlag aus ihrer Tasche zauberten: Ein Umschlag mit einer großzügigen Geldspende, die während einem musikalischen Auftritt auf dem Ludwigsburger Weihnachtsmarkt und durch fleißigen Kuchenverkauf in der Realschule Tamm, von den Schülerinnen gesammelt wurde.

Wir von TafF bedanken uns sehr, sehr herzlich dafür. Für dieses tolle Engagement der Mädchen, das uns nun bereits im vierten Jahr begleitet. Und das nicht selbstverständlich ist in unseren Zeiten. Und das uns ehrenamtliche Helfer*innen wieder einmal darin bestärkt, dass es richtig und wichtig ist, den Geflüchteten beizustehen.

Dankeschön auch für Ihre Spenden, liebe Tammer Mitbürger*innen. So konnten wir den erwachsenen Geflüchteten ebenfalls ein kleines Präsent überreichen und die Durchführung eines solch zauberhaften Festes überhaupt erst ermöglichen.