Entsetzen über die Lage in Afghanistan

 Viele – so mussten wir während der letzten Tage in Gesprächen erfahren – irren durch die Städte oder verstecken sich im Untergrund vor den Taliban. Die meisten von ihnen haben selbst diese Truppen vor ihrer Flucht erleben müssen. Die Frauen durften keine Schulen besuchen, nicht studieren oder einer Berufstätigkeit nachgehen.  Und wer in irgendeiner Weise bei den „Schutzmächten“ arbeitete, dolmetschte oder vielleicht auch nur als Fahrer tätig war, ist jetzt „vogelfrei“. Nun machen sich wieder viele Menschen, die es nicht mehr geschafft haben in die wenigen Flugzeuge zu gelangen, auf, zu fliehen. Und das zumeist im Land selbst. Viele nur mit dem Nötigsten ausgestattet. Und der harte afghanische Winter droht.

Um dazu wenigstens ein kleines Zeichen zu setzen, haben wir gemeinsam mit der „Ökumenischen Fachstelle Asyl“ Ludwigsburg zu einer Mahnwache vor der Katholischen Kirche in Ludwigsburg am vergangenen Samstag aufgerufen. Wir fordern, dass sich unsere Regierung nicht aus der Verantwortung stiehlt und gemeinsam mit den anderen Ländern um berechtigte Menschen und vor Allem die Kinder und Familien kümmert. Sei es durch die Aufnahme in unserem Land oder die Möglichkeit in Nachbarländern Zuflucht zu finden. Denn Asyl ist ein Menschenrecht. Diese Mahnwache wollen wir voraussichtlich an jedem 1. Samstag eines Monats durchführen und Sie herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.

  

 

 

Juhu die Sommerferien sind da!

Unzureichendes WLAN, fehlende Endgeräte und/oder mangelnde Sprachkenntnisse der Eltern haben noch dazu beigetragen, dass wir jetzt während der Sommerferien versuchen wollen, Versäumtes aufzuholen. Gemeinsam mit der vom Schulamt angebotenen  Unterstützung in den letzten beiden Ferienwochen.

Doch natürlich wird auch die Erholung und Abwechslung nicht zu kurz kommen: Endlich wollen wir unseren immer wieder hinausgeschobenen Wilhelmabesuch mit den Kindern nachholen, der 2019, Dank Ihrer Spenden, liebe Tammer/innen, unser Weihnachtsgeschenk  für die Kinder war.

Und selbstverständlich sind alle Kinder zum Kinderferienprogramm der Gemeinde Tamm, der Kirchengemeinden und der Vereine eingeladen. Anders als den staatliche Kinderbonus – ihn erhalten nur Familien die Kindergeld beziehen – bekommen alle Kinder einer Familie einen sogenannten  Coronafreizeit-Bonus, der dann für Eintrittsgelder von Veranstaltungen,  für einen Besuch im Freibad, im Kino, im Kindertheater oder auch für ein zusätzliches Eis, verwendet werden kann.

Aktuelle Lernhilfen

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Projekt „Lerninseln“

Außerdem wünschen wir uns  WLAN fähige, gebrauchte digitale Endgeräte, die von unseren Spezialisten aufgerüstet werden können (mit Windows 10, Open office etc.) Vielen Dank schon heute für Ihre Hilfe.

 

Corona - Impfungen

Natürlich schwebt über vielen der Geflüchteten das Damoklesschwert einer plötzlichen Abschiebung. Denn wessen Asylantrag nicht angenommen oder wessen Widerspruch gegen diesen Bescheid vor dem Verwaltungsgericht nicht zu seinen Gunsten entschieden wird, muss fast täglich damit rechnen, wieder aus Deutschland ausreisen zu müssen. Besonders davon betroffen sind die allein hier angekommenen, männlichen Geflüchteten, die ohne feste Arbeitsstelle oder Beschäftigungs- oder Ausbildungsduldung sind. Auch wenn sie täglich einer Arbeit nachgehen: Die Chancen, sinken, solange diese Arbeit nicht mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag belegt werden kann. Und nun kommt also noch die Angst vor einer Impfung gegen das Virus dazu. Neben vielen völlig unbegründeten Fake News, beispielsweise dass eine Impfung gegen das Coronavirus zwangsweise zur Unfruchtbarkeit führt, wird neuerdings behauptet, dass geimpfte Geflüchtete sofort nach ihrer Impfung abgeschoben werden. Wie sollen wir diesen Gerüchten begegnen? Dies geht nur mit viel Vertrauen. Vertrauen in uns, die ehrenamtlichen Helfer/innen als auch in die hauptamtlichen Sozialarbeiter/innen. Sachliche und fachliche Aufklärung ist hier dringend angebracht. Mit Dolmetschern und natürlich viel Geduld. Eine Impfung ist freiwillig. Und so hoffen wir, dass die Geflüchteten das Impfangebot annehmen werden. Denn in der Enge der Unterkünfte ist die Gefahr einer Infektion natürlich nach wie vor sehr hoch. Nichts wäre schlimmer für alle Beteiligten, wenn ein Ausbruch der Krankheit im Brückenhaus durch den Glauben an Verschwörungstheorien und andere Gerüchte begünstigt werden würde.