Die Festung Europa ist unerbittlich

Nicht viel anders ergeht es den Familien im von der Taliban beherrschten Afghanistan. Sie sind seit dem Abzug der amerikanischen und deutschen Truppen im letzten Jahr nach wie vor auf der Flucht im eigenen Land. Die Mädchen dürfen nicht mehr weiterführende Schulen besuchen und die Frauen trauen sich kaum mehr aus dem Haus. Auch ihnen bleibt nur die Flucht.

Daran wollen wir auf einem Veranstaltungstag eingehen. Unter der Federführung der Ökumenischen Fachstelle Asyl, in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Ludwigsburg und der Volkshochschule Ludwigsburg.

Am 24.09.2022 ab 11.55 Uhr wird auf dem Platz hinter dem Ludwigsburger Rathaus der vielen auf der Flucht umgekommenen Geflüchteten gedacht. Danach wird der Asperger Künstler Peter Schmidt in der Bibliothek seine bekannt Installation „Festung Europa“ vorstellen und Theresa Bischof wird im Foyer des Kulturzentrums Ludwigsburg über ihre Arbeit in den Lagern auf Lesbos berichten.

Ausflug mit geflüchteten Kindern

Freudige und lachende Kinderaugen!

Nach einer langen Anfahrt über Stuttgart und Schorndorf erreichten wir dann um 10:30 Uhr unser Ziel. Das Erfahrungsfeld der Sinne „EINS + ALLES“ liegt mitten im Schwäbischen Wald. Hier durften nun alle riechen, hören, tasten, balancieren, experimentieren und staunen, wozu ihre Sinne in der Lage waren. Dieser Park ist ein Freizeitpark der anderen Art – Naturerlebnis, Ort der Ruhe und aufregendes Spielparadies zugleich für Kleine und Große.

Das „Aktionshaus“, in dem erstaunliche Phänomene auf ungewöhnliche Weise erlebt werden konnten und ein „Wunderweg“, ein Weg der zu zahlreichen Landart- und Sinnesstationen im Wald führte, ließ die Phantasie nicht nur der Kinder beflügeln. Im dazugehörigen „Niederseilgarten“ konnten dann die Eltern mit ihren Kindern ihre Balance auf die Probe stellen. So blieben alle in Bewegung – mit Körper, Geist und Seele.  Eine mongolische Jurte, eine Tieroase, eine Weidenkathedrale und sogar eine eigene Kaffeerösterei ließen nicht nur Kinderherzen höherschlagen.

Trotz der Freude und dem Spaß den alle hatten, spürte man, dass Kriegsängste immer noch in den Gliedern vor allen der Erwachsenen steckten. So als ein Düsenflugzeug im Landeanflug auf Stuttgart war, zuckte ein ukrainischer Flüchtling zusammen und erzählte: „Immer, wenn wir diese Geräusche von russischen Kampfjets hörten, schlugen kurz danach die Raketen bei uns ein. Die meiste Zeit lebten wir deswegen in den Kellern.“

 

Keine Wahl...

Keine Wahl für das Datum ihrer Reise hat hingegen eine Familie aus Nigeria, die schon länger in Tamm lebt. Für die Verlängerung bzw. Neuausstellung ihrer Pässe wird die komplette Groß-Familie nach Berlin fahren müssen. In die dortiger Botschaft ihres Ursprunglandes. Persönliches Erscheinen ist angeordnet. Und nur so kann es hier in Tamm gelingen, dass der Familienvater arbeiten darf, dass es hoffentlich bald weitergeht auf dem unendlich mühsamen Weg zur Anerkennung und Integration.
Wir von TafF bezahlen mit Ihrer Hilfe, liebe Tammer MitbürgerInnen die Reise, denn  selbst die Passgebühren kosten ein kleines Vermögen, die die Familienmutter mit ihrem kleinen Einkommen, das sie als Altenpflegerin verdient, nur mühsam bezahlen kann.

Vielen herzlichen Dank für Ihre ungebrochene Spendenbereitschaft!

Wohnung gesucht!

Auch für diese Familie suchen wir schon lange. Doch vielleicht lesen Sie einfach mal ihre Geschichte:

Die Wohnungen im Brückenhaus sind normalerweise  räumlich sehr begrenzt, die Kinder – egal wie alt sie sind – teilen sich oft zu viert oder fünft einen kleinen Raum und die Eltern ebenfalls. Als Wohnzimmer dient die Küche. Es gibt also keine Ausweichmöglichkeit. Nun ist bei der suchenden Familie ein echter, medizinischer Notfall eingetreten: Eines der Kinder hat eine chronische Krankheit, die immer wieder zu längeren, sehr belastenden Krankenhausaufenthalten zwingt. Äußerste Hygiene ist geboten. Doch Sie können sich denken, dass dies in einem gemeinsamen Kinderzimmer für eine große Kinderschar nicht zu ermöglichen ist. Geschweige denn eine ruhige Umgebung zur Genesung.

Deshalb aufs Neue unser Appell:

Wenn Sie eine Wohnung vermieten oder jemanden kennen, der über eine solche verfügt, die zwei Kinderzimmer hat– davon kann eines gerne klein sein – dann melden Sie sich bitte bei uns. Die Miete ist gesichert. Die Familie des kranken Kindes wird überglücklich sein, wenn die Suche endlich ein Ende hat.

 

Neue Aufgaben – neue Herausforderungen

Ähnlich wie 2015 werden wir unsere bewährte Struktur nutzen, um den Menschen zu helfen, sich hier schnell heimisch zu fühlen. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung, den Schulen, Kindergärten und Kirchen, den Vereinen und den Hauptamtlichen in der Flüchtlingsarbeit, versuchen wir den Schmerz und Verlust von Heimat  Verwandten und Freunden etwas zu lindern.

Dazu gehören neben allen sachlichen Hilfen auch die Integration in unsere langjährig bewährten Veranstaltungen wie Mithilfe im TafF-Garten, die interkulturellen Frauentreffs oder die gemeinsamen Ausflüge. So lernen sich auch die schon hier lebenden Geflüchteten und die „Neuen“ ganz ungezwungen kennen. Denn wir dürfen und wollen keine Unterschiede zwischen den einzelnen Nationalitäten der hier lebenden Geflüchteten machen.