Motiviert trotz Pandemie

Und was auf unserem Foto wie ein gemütliches Kaffeekränzchen wirkt, ist tatsächlich ein sonntägliches Kennenlern -Treffen zwischen einem frisch verheirateten, syrischen Ehepaar und ihrer zukünftigen ehrenamtlichen Nachhilfelehrerin von TafF, Gabi Freiburger. Das Angebot an professionellen  Sprachkursen ist sehr dünn. Und so kann sich das hochmotivierte Paar mit der Hilfe von TafF auf seine anstehenden Sprachprüfungen vorbereiten. In diesem Fall will der junge Mann die sprachlichen Voraussetzungen für ein Hochschulstudium erfüllen und seine Partnerin möchte möglichst bald mit einer Berufsausbildung beginnen.

Viele Menschen stecken noch mitten im Asylverfahren, brauchen dringend einen Anwalt oder besitzen keine Arbeitserlaubnis, weil die so wichtige Identitätsklärung fehlt. Auch hier brauchen die Menschen schnelle Hilfe, denn die Fristen, die einzuhalten sind, sind knapp bemessen.

Da sind wir unendlich dankbar, dass wir in Ludwigsburg die bei der Diakonie angesiedelte Verfahrensberatung haben. Intensiv geschulte Ehrenamtliche aus den Asylkreisen des Landkreises helfen hier kostenfrei, praxisorientiert und unbürokratisch. Termine können je nach Dringlichkeit schnell vereinbart werden.  Natürlich auf Wunsch mit DolmetscherInnen oder Vertrauenspersonen, zum Beispiel Ehrenamtliche von TafF. So kann auch oft auf die Inanspruchnahme eines/r Anwalts/Anwältin verzichtet werden, was viel Zeit und Geld spart.

Nach solchen Beratungsgesprächen sind die Geflüchteten meist sehr erleichtert. Sie können wieder besser schlafen und sich auf das Wesentliche konzentrieren – den Spracherwerb, die Suche nach einem guten Job oder Beruf und natürlich nach einer eigenen Wohnung. Die zu finden ist allerdings nach wie vor sehr, sehr schwer. Und hier können Sie, liebe Tammer MitbürgerInnen einspringen: Helfen Sie diesen Menschen bei ihrer Suche nach bezahlbarem Wohnraum. Sprechen Sie mit Freunden oder Nachbarn, die womöglich über eine leerstehende Wohnung verfügen. Unsere Zugewanderten fühlen sich in Tamm wohl und wollen bleiben. Lange Obdachlosigkeit - und nichts anderes stellt das Leben im Brückenhaus dar - kann nie das Ziel sein. Eine eigene Wohnung gibt den Menschen einen Teil ihrer Würde zurück, die sie auf der Flucht oft verloren haben. Und ist ein wichtiger Baustein, wenn Integration gelingen soll. Wir danken Ihnen ganz herzlich für Ihre Mithilfe.

Weihnachts- wunschzettel von Geflüchteten

  • Endlich einen positiven Bescheid in ihrem Asylverfahren und damit ein Ende der Angst vor Abschiebung.
  • Nachzug ihrer Familien, aus Afghanistan, dem Irak, Syrien, Somalia oder Gambia, Nigeria oder dem Iran.
  • Eine eigene Wohnung, die endlich – oft nach vielen Jahren in kommunalen Unterkünften – ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht.
  • Einen festen Arbeitsplatz, bei dem sie nicht ständig Angst vor einer Entlassung haben müssen.
  • Einen Ausbildungsplatz und die dazu gehörende Hilfe beim der Erlernen der berufsspezifisch notwendigen Deutschkenntnisse
  • Und immer schwingt die Sorge um ihre Familien in den Herkunftsländern mit. IMMER wünschen sich alle hier lebenden Geflüchteten Friede für ihre Heimat! Denn dort mussten sie die Schwachen und Alten zurücklassen. Die zwar - wo immer es geht - finanziell von ihnen unterstützt werden. Doch jetzt, wo auch dort oft ein harter Winter mit Hunger und unzureichender medizinischer Versorgung droht, wächst die Sorge um die Lieben oft ins Unermessliche.

Bei manchen Wünschen können wir nicht viel helfen. Doch dort wo wir es können, waren und sind wir auch dieses und in den kommenden Jahren für die Geflüchteten da. Und wir wissen, dass der Rückhalt bei Ihnen, liebe Tammer MitbürgerInnen ungebrochen groß  ist.

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie ein friedvolles, gesundes und fröhliches Weihnachtsfest! Für das kommende neue Jahr 2022 wünschen wir Ihnen Glück, Friede und Gesundheit, das wichtigste Gut in diesen Pandemietagen überhaupt. Verbunden mit unserem HERZLICHEN DANKESCHÖN FÜR ALL IHRE SACH- UND GELDSPENDEN während der vergangenen Jahre seit es TafF- Tamm aktiv für Flüchtlinge gibt!

Adventszeit im Corona-Ausnahmezustand

Selbstverständlich wird der „Nikolaus“ bei ihnen vorbeischauen. Und natürlich erhält wieder jede/r eine kleine Überraschung, die wir dank Ihrer Spenden, liebe Tammer Mitbürger/innen, finanzieren können. Doch das, was wir noch bis 2019 gemeinsam jedes Jahr veranstalten konnten, nämlich eine große und fröhliche, interkulturelle Weihnachtsfeier, ist derzeit leider nicht möglich.

Aber auch unser „Alltagsgeschäft“ wie Sprachunterricht, Nachhilfe oder Hilfe bei Behördengängen leidet unter der neuen Welle.  Findet mal wieder nur digital oder am Telefon statt. Die meisten Ämter sind wieder geschlossen. Termine zu erhalten fast unmöglich. Und trotzdem: Unsere ehrenamtlichen Helfer/innen sind nach wie vor „am Ball“. Wir versuchen wie schon so manches Mal in diesem Krisenjahr, den Sprachunterricht via Skype, einem Zoom Meeting oder Lernspaziergängen aufrecht zu erhalten. Wir sind kreativ, kaufen Selbstlernprogramme für die Geflüchteten oder hängen uns ans Telefon, um die größten Probleme mit den Behörden aus dem Weg zu räumen. Und nehmen die Hilfe unserer Verfahrensberatung bei der Diakonie in Ludwigsburg in Anspruch. Damit versuchen wir natürlich auch die Hauptamtlichen etwas zu entlasten. Sei es hier in Tamm die Lehrer/innen, die Schulsozialarbeit, die Erzieher/innen in den Kitas oder die im Landratsamt Ludwigsburg Tätigen. Es ist schön, dass wir gerade hier eine gute Kooperation aufgebaut haben. Zum Wohl der Menschen, die zu uns gekommen sind.

Wir von TafF wünschen Ihnen eine gesegnete besinnliche und hoffentlich gesunde Adventszeit! Wir können uns nicht oft genug für Ihre Spendenbereitschaft bedanken. Ganz im Sinne von „Tamm aktiv für Flüchtlinge“

 

 

Nicht zurückschweigen!

Auf der gerade zu Ende gegangenen Weltklimakonferenz wurden kleine Kompromisse als Erfolge gefeiert: Haben wir Umweltkatastrophen wie das im Ahrtal und die vielen anderen Naturkatastrophen des vergangenen Jahres wirklich schon vergessen?

Und die Situation der Menschen auf der Flucht? Wieder erleben viele Menschen an den Außengrenzen Europas unvorstellbare Not und Gewalt. Während wir in gut beheizten Räumen den ersten kalten Außentemperaturen trotzen, frieren und hungern kleine Kinder mit ihren Eltern in den Wäldern zwischen Polen und Belarus, werden geschlagen und zurückgejagt - Pushbacks nennt man das heutzutage - weil sie als Spielbälle eines Diktators und der europäischen Bürokratie herhalten müssen. Während wir uns Gedanken über Weihnachtsgeschenke machen, sind wieder viele Menschen auf dem Mittelmeer unterwegs; verzweifeln die Angehörigen von ehemaligen Angestellten der Bundeswehr in Afghanistan, weil sie nicht mehr ins sichere Europa reisen dürfen.

Deshalb dürfen und wollen wir nicht mehr „zurückschweigen“, wie es in einem Gedicht von Christina Brudereck heißt. Und deshalb sind wir dankbar, dass es viele Menschen gibt, die helfen wollen. Und helfen. Wenigstens mit einem kleinen Anteil dazu beitragen, dass unsere Welt vielleicht doch ein wenig menschlicher wird. Dankeschön, dass Sie uns immer wieder unterstützen. Dankeschön den Helfer/innen der Initiative „Spendentisch Naomi“, die ebenfalls am Sonntag in Tamm waren und Dankeschön an alle am Gottesdienst beteiligten Helfer/innen, mit denen wir gemeinsam einen eindrucksvollen Vormittag gestalten konnten.

 

Helfer/Innen gesucht!

Und - ganz wichtig für die Kommunikation – es finden wieder persönliche Treffen mit den Mitarbeitenden der Verwaltung in Tamm und dem Landratsamt in Ludwigsburg statt - nicht nur telefonisch oder digital.

Erstmals seit Ausbruch der Pandemie konnte sich beispielsweise vorige Woche die Gruppe LaF (Lobbyarbeit für Flüchtlinge), in der auch TafF mitarbeitet, mit den Landkreis - Abteilungsleitern des Fachbereichs Asyl, im Kreishaus in Ludwigsburg treffen. Hier hatten wir die Gelegenheit, die Situation der Geflüchteten und Ehrenamtlichen während der Corona-Krise zu reflektieren.  Und wir konnten wichtige Fragen stellen: Welche amtlichen Hilfen gibt es für die geflüchteten Menschen? Wie erfahren sie davon? Waren die Maßnahmen gegen die Pandemie in den Unterkünften erfolgreich? Wie können wir Ehrenamtlichen jetzt effektiv helfen? Wie haben die Geflüchteten die Krise erlebt und wie wird es weitergehen?

Es war eine sehr wertschätzende und konstruktive Gesprächsrunde. Und es hat sich wieder bestätigt, dass unser ehrenamtlicher Einsatz in der Flüchtlingsarbeit nach wie vor dringend gebraucht wird. Auch oder gerade im Krisenjahr 2020, wo wir momentan den Fokus unserer Arbeit auf die Hilfe für die Kinder und deren Mütter sowie die Auszubildenden richten wollen.

Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir von den Vereinen, den Kirchen und der Verwaltung und ganz vorne natürlich von Ihnen, liebe Tammer, ungebrochen in unserem Tun unterstützt werden.